Zusammen gegen Hautkrebs – die 10. Nationale Versorgungskonferenz Hautkrebs tagte in Berlin

Schon seit zehn Jahren ist die Nationale Versorgungskonferenz Hautkrebs (NVKH) interdisziplinär gegen Hautkrebs aktiv. Der gleichnamige Verein vereinigt einen großen Teil der Akteure, die in Deutschland mit Prävention und Behandlung von Hautkrebs zu tun haben, einschließlich der Patientenorganisationen. Am 8. und 9. Februar 2024 kamen sie zum 10. Mal zusammen.

Die NVKH engagiert sich seit einem Jahrzehnt interdisziplinär gegen Hautkrebs. Der Verein vereint wichtige Akteure, einschließlich der Patientenorganisationen, die sich in Deutschland mit der Prävention und Behandlung von Hautkrebs beschäftigen, zu dem auch die Kutanen Lymphome gehören.

Solveig Schnaudt vom HKND, Gerald Gaß (Dt. Krankenhausgesellschaft) Johannes Bruns (Dt. Krebsgesellschaft), Julia Welzel (Dt. Dermatologische Gesellschaft), Thomas Bodmer (DAK Gesundheit), Moderatorin Christiane Poertgen. Foto: A. Wispler

Prävention von Hautkrebs und Versorgung von Hautkrebspatienten im Mittelpunkt

Im Handlungsfeld 1 unter Leitung von Prof. Eckhard Breitbart (Arbeitsgemeinschaft dermatologische Prävention und HKND) stand die Prävention von Hautkrebs, auch im Kontext des Klimawandels, im Fokus. Ein Projekt zum UV-Schutz mittels Landschaftsarchitektur wurde vorgestellt, ebenso wie Erkenntnisse zu Sonnenschutzmitteln und -produkten.

Im Handlungsfeld 2 unter Leitung von Prof. Dirk Schadendorf, Vorsitzender des NVKH e.V. und tätig am Universitätsklinikum Essen, wurde über die Versorgung von Hautkrebspatienten diskutiert. Steigende Hautkrebszahlen, lange Wartezeiten, weite Wege zum Hautarzt erfordern auch politische Entscheidungen zugunsten einer besseren Patientenversorgung.

Ein zentrales Thema war die „Survivorship“, das Langzeitüberleben bei Krebs, und die damit verbundenen Belastungen. Dank fortschrittlicher Krebstherapien leben immer mehr Menschen langfristig mit der Krankheit, aber auch mit gesundheitlichen oder psychosozialen Folgen. Das Komitee Survivorship der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Onkologie (ADO) berichtete vom Aufbau eines Netzwerks zur Verbesserung der Versorgung und Durchführung wissenschaftlicher Untersuchungen dazu.

Welche Verbesserungen für CTCL-Patienten sind geplant?

Die kutanen Lymphome sind in der Regel chronische Erkrankungen mit einer hohen Überlebensrate, die Lebensqualität des Einzelnen kann dennoch sehr unterschiedlich sein. Selbsthilfegruppen spielen eine wichtige Rolle bei der Unterstützung, können jedoch nicht alle Bedürfnisse abdecken.

Es wurde berichtet, dass sich die Versorgung für CTCL-Patienten insgesamt verbessert hat. Dennoch muss noch mehr Awareness auch unter den Dermatologen geschaffen werden. Neben mehr Ärztefortbildungen und besseren Infos auf dem Infoportal Hautkrebs sollen auch die relevanten klinischen Studien besser auffindbar werden, wozu der ADO-Studiennavigator besser gepflegt und bekannt gemacht werden muss.

Zukunft der Versorgung: Weniger Fachärzte und immer mehr Langzeitpatienten

Immer weniger niedergelassene Hautärzte müssen immer mehr Patienten behandeln, darunter auch immer mehr Hautkrebs-Betroffene. Eines der Nadelöhre zeigt sich bei der Hautkrebsnachsorge, die bislang nur die ersten zwei Jahre von den Kassen bezahlt wird. Die Patienten erleben, dass sie zwischen den Hautkliniken und den Niedergelassenen hin und her geschoben werden.

Krankenhausreform – Chance oder Flop?

In verschiedenen Vorträgen wurden die Pros und Contras der geplanten Krankenhausreform dargestellt. Deutschland sei alles andere als ein Spitzenreiter der Versorgung, wenn es z.B. um das Verhältnis von Ärzten und Pflegepersonal und Patienten geht. Die in der Reform vorgeschlagenen Eckpunkte bildeten die Praxis der dermatologischen Versorgung nicht ab.

Deutschland beim Krankenhauspersonal pro Kopf weit abgeschlagen und nur vor Ungarn und Rumänien. Präsentation von Julia Welzel.

Es besteht Einigkeit darüber, dass eine grundsätzliche Reform notwendig ist, um Personal zu entlasten, Bürokratie abzubauen und die Versorgung zu verbessern. Solveig Schnaudt, Patientenvertreterin vom HKND setzte sich jedoch nachdrücklich für eine grundsätzliche Krankenhausreform ein: „Auch für die dort Arbeitenden, die momentan viel zu sehr belastet werden. Und wir brauchen trotzdem auch eine niedrigschwellige Versorgung nahe am Wohnort.“

Fazit des zehnjährigen Bestehens

Das Besondere an der NVKH ist die Zusammensetzung aus den Patientenvertretern, denen, die uns behandeln, also den Praktizierenden aus Hautkliniken und -Praxen sowie Vertretern aus der Forschung und den Pharmafirmen. Nur zusammen können wir die Behandlung von Hautkrebs effektiver machen oder noch besser: Hautkrebs vermeiden. Es werden noch Betroffene gesucht, die sich als Patientenvertreter in der NVKH einbringen möchten, meldet Euch bitte bei uns.

awi